Sektion 4: Fortbildungskonzeptionen/Prozessbegleitung

 

Mit SINUS soll die Weiterentwicklung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Schulen nachhaltig verankert werden. Eine systematische Qualitätsentwicklung des Unterrichts erfordert neben der fachlichen Qualifikation auch die Kenntnis über prozessuale Werkzeuge und Vorgehensweisen, mit denen die Erfolgschancen gesteigert werden können. Da es zur Aufgabe der SetkoordinatorInnen gehört, die Prozesse in den Gruppen zu initiieren, zu gestalten und zu begleiten, wenden sich die Workshops dieser Sektion in erster Linie an die teilnehmenden SetkoordinatorInnen in ihrer Rolle als ProzessgestalterInnen. Die Sektionssitzung startet mit einem Plenum, in dem die Fortbildungen der SchulprojektleiterInnen in Hessen und der FachkonferenzleiterInnen in Schleswig-Holstein als exemplarische Qualifizierungsmaßnahmen zur Prozessbegleitung vorgestellt und die Themen der Workshops eingeführt werden.

Die folgenden drei parallel arbeitenden Workshops beginnen am 22.03. nachmittags und werden am 23.03. vormittags fortgesetzt. Sie zielen darauf ab, den TeilnehmerInnen eine noch breitere psychologische und methodische Basis zur Verfügung zu stellen, auf der sie in ihrer Rolle als Set-KoordinatorInnen die erforderlichen Aufgaben der Prozessbegleitung konstruktiv und ergebnisorientiert bewältigen können.

 

1. Margit Meier-Böse: Kollegiale Beratung

Kollegiale Beratung ist ein strukturiertes Beratungsgespräch in einer Gruppe, in dem ein(e) Teilnehmer(in) von den übrigen Teilnehmern nach einem feststehenden Ablauf mit verteilten Rollen beraten wird mit dem Ziel, Lösungen für eine konkrete berufliche Schlüsselfrage zu entwickeln (Kim – Oliver Tietze, 2003). Die Kollegiale Beratung dient der Professionalisierung der Lehrkräfte. Dabei liegt der Fokus auf der Förderung und Weiterentwicklung der Selbstkompetenz, der Beziehungs-/Sozialkompetenz und der Fach-/Sachkompetenz. Angestrebte Wirkungen der Kollegialen Beratung im Rahmen von Prozessbegleitung sind persönliche Stabilität und psychische Entlastungen, die langfristig zur Verbesserung der Arbeitsqualität, der personellen Beziehungen und der organisatorischen Strukturen führen.

Die Teilnehmer/innen dieses Workshops erhalten die Möglichkeit, die Methode der Kollegialen Beratung kennenzulernen und selbst zu erproben. Mit eigener Fallarbeit in Kleingruppen können die Anwendung der Methode vertieft und Problemlösungsstrategien entwickelt werden.

 

2. Irmtrude Richter: Von der Aktion zum zielgerichteten Vorgehen

„Wenn du wenig Zeit hast, nimm dir am Anfang viel davon!“ (Ruth Cohn)

Eine fehlende Zielsetzung zu Beginn lässt manches (Unterrichts-)Vorhaben diffus beginnen und ebenso diffus enden. Deshalb muss am Anfang jeder Umsetzung die Klärung folgender Fragen stehen:


Was ist Gegenstand/Thema des Vorhabens?
Welches Ziel soll damit verfolgt werden?
Was nützt es den AdressatInnen?
Welche Mittel/Ressourcen zur Realisierung stehen zur Verfügung?
Mit welchen Schritten/Maßnahmen soll das Ziel erreicht werden?
Welche Ergebnisse sollen erreicht werden?
Wann, wie und woran wird festgestellt, dass das Ziel erreicht ist?

An konkreten Beispielen können die TeilnehmerInnen des Workshops in das Thema „Zielklärung“ einsteigen, Kriterien für die Formulierung von Zielen kennen lernen (S.M.A.R.T.) und Kriterien und Indikatoren entwickeln, mit denen die Zielerreichung überprüft werden kann.

 

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